Athletenparade und Feuerwerk: Ultra Gobi 2026 gestartet

Knapp 5200 Athletinnen und Athleten machen sich ab Donnerstag auf ein 121 Kilometer langes Abenteuer in der Wüste Gobi. Dabei geht es nicht nur um den Sieg, sondern um Zusammenhalt und Ausdauer.

Text: Klaus Molidor, Dunhuang
Bilder: Ultra Gobi

Mit einer bunten zweistündigen Zeremonie startete am Dienstag in Dunhuang, knapp 2000 Kilometer westlich von Peking die 21. Auflage des Ultra Gobi. Im Zentrum der bunten Feier stand der Einmarsch der knapp 5200 Athletinnen und Athleten, die mehrheitlich von Chinas Business Schools und Universitäten kommen und insgesamt 115 Teams ins Rennen schicken. Zu Sonnenuntergang, als der Sand der umliegenden Wüste Gobi golden schimmerte, startete der Einmarsch der Sportler, der auch live auf WeChat übertragen wurde. Ein halbes Dutzend Drohnen, die über und um den Platz am Dunhuang Convention Center schnurrten, sorgten auch auf den Videowalls für imposante Bilder.  „Ich erkläre den Ultra Gobi für eröffnet“, sagte Gründer Qu Xiandong zum Abschluss seiner kurzen Rede und gab damit auch den Startschuss für ein Feuerwerk.

Nach einem Experience Day am 30. September starten am 1. Oktober die eigentlichen Rennen, die sich über 121 Kilometer durch die Wüste Gobi erstrecken. Die Teilnehmer werden sich aufmachen, eine moderne Expedition auf historischen Pfaden zu erleben. Dort, wo vor 1300 Jahren Master Xuanzang, ein buddhistischer Mönch und Pilgerer auf seiner Wanderschaft von China durch Indien gewandert ist und die Wüste Gobi als „kahlen Abschnitt von 400 Kilometer Treibsand“ beschrieben hat, laufen heute Trailrunner ihr Rennen in einer immer noch kargen, wüsten aber nichtsdestoweniger imposanten Umgebung. 

Ultra Gobi Opening Ceremony
Ultra Gobi Opening Ceremony

Natürlich gibt es ein 121 Kilometer Solo-Race mit zumindest spärlicher internationaler Beteiligung. Im Mittelpunkt stehen hier aber die Teambewerbe, bei den Mannschaften vornehmlich chinesischer Universitäten und Business Schools um den Sieg laufen. Sie legen die Distanz in einem Etappenrennen über vier Tage zurück und leben in dieser Zeit in einem mobilen Camp in der Wüste, das jeden Tag am Startort ab- und am Zielort wieder aufgebaut wird. Der Stellenwert des Bewerbs lässt sich daran erkennen, dass die ihm Vorjahr siegreiche School of Management der Fudan Universität den Teilnehmern Trainingscamps und Anreise bezahlt hat und Ultra Gobi ein verpflichtender Kurs für Studierende ist. 

Beim Ultra Gobi steht der Gemeinschaftsgedanke stark im Vordergrund. Denn in Mannschaften, die aus sechs bis zehn Läufern bestehen, geht es nicht um den Schnellsten, wenn die „sixth person rule“ zur Anwendung kommt. Sprich: Es gilt die sechstbeste Zeit des Teams. Dazu werden Alter und Frauenanteil in die Wertung einberechnet, was dem Rennen einen hohen taktischen Wert verleiht. Gemeinsam etwas erreichen, niemanden zurücklassen und mit Ausdauer ein Ziel erreichen – auch das ist der Ultra Gobi. 

Das Flaggschiff der Veranstaltung war in den vergangenen Ausgaben seit 2006 freilich der Solo-Bewerb über 400 Kilometer, der auch die internationale Ultra-Elite angezogen hat. Dieser findet heuer aber nicht statt, denn: die Ultra Gobi Serie expandiert und veranstaltet von 13. bis 20. Jänner 2027 erstmals ein Rennen außerhalb von China – in AlUlA in Saudi-Arabien – wo das 400-Kilometer-Rennen an den monumentalen Felsengräbern von Hegra vorbeiführen wird, dem ersten UNESCO Weltkulturerbe Saudi-Arabiens.

Neueste Nachrichten

Verwandte Artikel