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    Cortina 56-26 – The Legacy Trail: Wo Olympia-Geschichte zur Laufstrecke wird

    Am 25. Juli 2026 verbindet ein neues Trailrunning-Event zwei Olympische Winterspiele, sieben Jahrzehnte Sportgeschichte und eine der schönsten Gebirgslandschaften der Welt.

    Text: Egon Theiner
    Bilder: Fondazione Cortina

    Es gibt Orte, die mehr als Kulisse sind. Cortina d’Ampezzo ist so ein Ort. Die „Königin der Dolomiten“ trägt ihr olympisches Erbe nicht in Museen oder Archiven – sie trägt es in der Landschaft. In den Pisten, die sich über die Tofane ziehen. In der Rodel- und Bobbahn, auf der Legenden fuhren. In der Sprungschanze, die noch immer über Zuel thront. Und nun, am 25. Juli 2026, wird dieses Erbe zur Laufstrecke.

    Der Cortina 56-26 – The Legacy Trail ist eine Initiative der Fondazione Cortina in Partnerschaft mit Karpos. Es ist kein gewöhnliches Rennen. Es ist eine Einladung, Geschichte zu erlaufen.

    Toni Sailer, Max Langenhan – und wir alle

    Wer die 56K oder die 26K in Cortina läuft, läuft an Orten vorbei, die in den Annalen des Wintersports unvergesslich sind. Auf der Olympia delle Tofane gewann der Österreicher Toni Sailer 1956 eine seiner drei Goldmedaillen im alpinen Skisport – eine Leistung, die ihn zur Legende machte und die Sportwelt in Staunen versetzte. Siebzig Jahre später raste der Deutsche Max Langenhan auf eben dieser Anlage – dem Cortina Sliding Centre – mit vier Bahnrekorden in vier Läufen zu Olympia-Gold im Rodeln. Dabei kämpfte er mit steifem Nacken, schlief kaum die Nacht zuvor – und gewann trotzdem überlegen. Geschichte wiederholt sich nicht. Aber sie hallt nach. Und die Läufer des Cortina 56-26 werden dieses Echo spüren, Schritt für Schritt, Kehre für Kehre.

    Die Zahlen 56 und 26 sind kein Zufall. Sie stehen für 1956 und 2026 – für zwei Olympische Winterspiele, für siebzig Jahre Sportgeschichte, für einen Ort, der sich selbst treu geblieben ist. Cortina d’Ampezzo ist die einzige alpine Destination, die dieses doppelte olympische Erbe trägt. Und das Rennen macht es erlebbar.

    Eine Linie durch die Geschichte

    Die Strecke verbindet auf einmalige Weise historische Wettkampfstätten mit alpiner Natur vom Feinsten. Start ist auf der Piazza Angelo Dibona im historischen Zentrum Cortinas, Ziel ist in Zuel am Fuß des Trampolino Italia – der legendären Olympia-Sprungschanze, die 1956 Athleten in den Himmel katapultierte und heute als Zielbereich auf die Finisher wartet wie ein alter Bekannter.

    Dazwischen: der Monte Faloria mit der Vitelli-Piste „Ilio Colli“, wo 1956 der Riesenslalom der Männer ausgetragen wurde. Der Col Drusciè mit seinem atemraubenden Panorama über das gesamte Ampezzaner Tal – ein Aussichtspunkt, der selbst hartgesottene Bergläufer für einen Moment innehalten lässt. Die Loipen von Campo und Fiames, die die tiefe nordische Skitradition Cortinas erzählen. Und immer wieder, zwischen Grat und Wald, zwischen Singletrack und Almwiese: die Dolomiten. Die Dolomiti Bellunesi sind UNESCO-Weltnaturerbe – und wer sie einmal auf einem Trail erlebt hat, versteht warum. Diese Felsen leuchten. Diese Landschaft atmet.

    Die Strecken

    Das Cortina 56-26 bietet zwei Hauptdistanzen an – die 56K und die 26K – sowie eine Staffel-Option für Zweier-Teams in beiden Distanzen.

    Die 56K umfasst rund 56,5 Kilometer mit 2.800 Höhenmetern im Aufstieg und 2.890 Höhenmetern im Abstieg. Start ist um 8:00 Uhr auf der Piazza Angelo Dibona, Ziel in Zuel. Das Zeitlimit liegt bei elf Stunden. Verpflegungspunkte gibt es bei Tondi di Faloria (12 km), Passo Tre Croci (18 km), Fiames (28 km), Piè Tofana (37 km), Rifugio Pomedes (40 km) und Lago d’Ajal (49 km). Die 56K ist als UTMB Index Event 50K anerkannt und gibt 3 ITRA-Punkte.

    Die 26K umfasst rund 25,3 Kilometer mit 1.310 Höhenmetern im Aufstieg. Start ist um 9:00 Uhr ebenfalls auf der Piazza Angelo Dibona. Das Zeitlimit liegt bei sieben Stunden. Verpflegungspunkte gibt es bei Piè Tofana (6 km), Rifugio Pomedes (9,5 km) und Lago d’Ajal (18 km). Die 26K ist als UTMB Index Event 20K anerkannt und gibt 1 ITRA-Punkt.

    Und ja – es muss nicht immer der Ultra Trail Lavaredo by UTMB sein. Auch 56 oder 26 Kilometer in Cortina d’Ampezzo sind schön, anspruchsvoll und unvergesslich. Vielleicht sogar mehr – weil man danach noch in der Lage ist, die Kulinarik besser zu genießen.

    Auch das ist Cortina

    Wer schon einmal in Cortina d’Ampezzo war, wird diesen Ort nie wieder vergessen. Überlaufen, laut, und wahrscheinlich sind ein paar Straßen wegen allfälliger Bauarbeiten gesperrt. Auch das ist Cortina. Nobel, edel, reserviert. Aber auch das ist Cortina: mit einer Natur, die ihresgleichen sucht im gesamten Alpenraum. Mit Menschen, die einen ins Herz schließen, obwohl sie ihn nicht kennen. Mit einer Küche und Weinkellern, die genossen werden müssen – ja, müssen. Und mit Trails, die zu den schönsten gehören, die man laufen kann.

    Nach dem Rennen: Cortina wartet

    Die Küche des Ampezzaner Tals ist eine der besten der Dolomiten – herzhaft, ehrlich, mit einem unverkennbaren Einschlag der ladinischen Tradition. Nach 56 Kilometern im Gebirge schmeckt ein Teller Casunziei – die lokalen Roten-Bete-Ravioli – wie das Paradies. Oder Canederli, jene wunderbaren Speckknödel, die in der Brühe schwimmen wie alte Freunde. Oder ein Stück Wild mit Polenta, das nach Bergwald riecht und nach Stille schmeckt. Und wer ein bisschen sucht – und suchen lohnt sich – findet irgendwo in Cortina einen außergewöhnlich guten, außergewöhnlich scharfen Pfefferoni-Schnaps, der jeden Obstler in Vergessenheit geraten lässt.

    Der Espresso an der Bar in Cortina ist kein Espresso. Er ist ein Ritual.

    Praktisches

    Die Anmeldung schließt am 11. Juli 2026. Die Startzahlen sind bewusst limitiert: 100 Einzelstarter für die 56K, 150 für die 26K, je 30 Staffel-Teams pro Distanz. Die Startgebühr beträgt 85 Euro für die 56K und 55 Euro für die 26K – inklusive Startnummer mit Zeitmesschip, medizinischer Betreuung, Lauf-T-Shirt, Finisher-Mahlzeit, Finisher-Andenken und Dropbag-Transport. Die Startnummernausgabe findet am Freitag, 24. Juli, von 8:00 bis 19:00 Uhr sowie am Renntag von 6:30 bis 8:30 Uhr in der Palestra Revis, via dei Campi statt. Kostenlose Shuttle-Services und Park-and-Ride-Parkplätze stehen zur Verfügung.

    Ein Rennen, das bleibt

    Siebzig Jahre Sportgeschichte. Zwei Olympische Winterspiele. Eine UNESCO-Weltnaturerbelandschaft. Acht historische Schauplätze. 370 Athleten. Eine Sprungschanze als Zieleinlauf. Und irgendwo auf dem Trail, zwischen Faloria und den Tofane, der leise Gedanke: Hier war Toni Sailer. Hier war Max Langenhan. Und jetzt sind wir hier.

    Das ist der Cortina 56-26 – The Legacy Trail. Hier: Weitere Informationen und Anmeldung

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