News – SWS- Grigne Skymarathon

Grigne SkyMarathon 2025: Boffelli siegt mit Rekord, Pessey setzt sich im Damenrennen knapp durch

Der Grigne SkyMarathon kehrte auch 2025 als international beachtete Station der Skyrunner World Series in die Berglandschaft rund um die Grigne (Lecchese) zurück. Die traditionelle Skymarathon-Runde führt über anspruchsvolle Felsgrate, steile Anstiege und ausgesetzte Passagen; die offizielle Distanz betrug in der diesjährigen Ausgabe rund 42 km bei etwa 3.600 Metern positiven Höhendifferenz, Startort war Pasturo. Parallel zur Hauptstrecke wurde ein kurzes Wettkampfformat („Short Race“) angeboten, das als technisch-kompaktere Alternative Athletinnen und Athleten anderer Leistungsstufen ansprach.

Charakteristisch für das Rennen sind die markanten Felspassagen der Grignetta und des Grignone, die kurze Kletterpassagen und wechselnde Geländequalitäten: von Waldwegen über steile Schrofentritte bishin zu ausgesetzten Ecken, was Rennverlauf und Taktik stark prägt. Die diesjährige Auflage profitierte von trockenem und sonnigem Wetter, das die Laufbedingungen trotz technischer Schwierigkeit weitgehend konstant hielt.

Start des Skymarathon (c)M.Pugliese

Skymarathon

Das Hauptrennen über die klassische Skymarathon-Distanz war geprägt von frühem, sehr hartem Tempo in den vorderen Gruppen und mehreren Positionswechseln an den Schlüsselpassagen. Der italienische Lokalathlet William Boffelli setzte sich im oberen Streckenteil ab und lief eine Durchgangs- und Endzeit, die den bisherigen Bestwert dieser Strecke deutlich unterbot. Seine Attacken auf dem Anstieg zur Grigna und der kontrollierte Downhill waren entscheidend; Boffelli profitierte von sehr seiner guten Streckenkenntnis und konnte sein Renntempo in den technisch anspruchsvollen Abschnitten perfekt dosieren.

Serious Skyrunning (c)Francesco Bergamaschi

Auf den Plätzen dahinter formierte sich eine Verfolgergruppe, in der der Lokalmatador Gianluca Ghiano lange Zeit mitgehen konnte; dahinter rangierte Dimas Pereira Obaya konstant in den Top-3. Mehrere Athleten verloren durch verschiedene Probleme (zb Krämpfe) Zeit in der Phase nach dem höchsten Punkt, sodass die endgültigen Abstände am Ende deutlich ausfielen.

Top 3 – Männer

🥇 William Boffelli (ITA ) — 04:52:50

🥈 Gianluca Ghiano (ITA) — 05:17:12

🥉 Dimas Pereira Obaya (ESP) — 05:18:33

Top 3 – Frauen

🥇 Iris Pessey (FRA, SCOTT RUNNING) — 06:33:56

🥈 Natalie Beadle (GBR) — 06:35:17

🥉 Aurora Bosia (ITA) — 06:41:18

Auffällig war im Männerfeld des Hauptrennens der klare Vorstoß von William Boffelli, der früh ein hohes Tempo anschlug und damit eine Lücke zu seinen Verfolgern aufriss. Seine Leistung wurde als Rekordzeit gewertet und markiert eine neue Bestmarke für die aktuelle Strecke .

Begeisterte Fans auch auf den höchsten Gipfeln (c)ltagliaferri

Im Frauenrennen entwickelte sich ein spannender Zweikampf um den Sieg: Iris Pessey setzte sich durch eine offensive Phase in der Streckenmitte an die Spitze, musste bis ins Finale jedoch die Verfolgerin Natalie Beadle abwehren. Die Entscheidung fiel erst in den letzten Abschnitten – damit blieb das Damenpodium bis zum Schluss offen und bot ein hochdramatisches Finish.

Short Race – Verlauf und Ergebnis

Das Short Race war als schnelle, konditionell fordernde Runde mit deutlich kompakterer Distanz angelegt. Auf diesem Kurs spielte Tempo und Trittsicherheit auf kurzen, steilen Rampen eine größere Rolle als kraftsparende Renntaktik. Das Rennen entwickelte sich zu einem offenen Duell, in dem Athleten mit hoher Tempohärte früh Druck machten und den Rest des Feldes abhängten.

Im Short Race gab es einen deutlichen Sieg des Briten Tom Spencer, der das Rennen in kontrollierter Manier anführte und seine führende Position bis ins Ziel verteidigte. Dahinter gestalteten italienische Läufer die Positionen zwei und drei, wobei die lokale Rennszene mit extrem starkten Leistungen auffiel.

Top 3 – Männer (Short Race)

🥇 Tom Spencer (GBR, INOV-8) — 01:12:06

🥈 Michele Fontana (ITA) — 01:14:57

🥉 Alessandro Crippa (ITA) — 01:17:20

Top 3 – Frauen (Short Race)

🥇 Alessia Bergamini (ITA) — 01:44:31

🥈 Nathalie Brambilla (ITA) — 01:48:35

🥉 Patrizia Pigazzi (ITA) — 01:49:09

Deutsche oder österreichische Spitzenplatzierungen im Short Race fanden sich in den obersten Rängen nicht; das Podium dominierte die lokale italienische Szene ergänzt durch einen britischen Sieger.

Kurzstreckenrennen wie das Short Race zeigten das gewohnte Bild: hohe Anfangstempo, wenige Positionswechsel in den mittleren Abschnitten und eine Entscheidung, die bereits auf den steileren Rampen fiel.

Don’t try this at home

Einen Marathon mit 3600+ Höhenmetern (so genau ist das wohl nicht eruierbar) in Sub-5 zu laufen ist eine Weltklasse Leistung. Wenn man dann noch den Untergrund, die ausgesetzten Passagen, die Seil/kettenversicherten Teile hineinrechnet, die permanenten Fokus und absurde Trittsicherheit verlangen, ist es mit der Nachvollziehbarkeit endgültig dahin.

Climbingskills mandatory (c)Francesco Bergamaschi

Wer sich an diese Startlinie stellt, sollte seine Geländefähigkeiten, seine Alpintauglichkeit und Ausdauer sehr genau kennen. Der Grigne Skymarathon ist ein würdiges Highlight der Skyrunning Worldseries.

Skymarathon – Ergebnisliste (PDF) | grigneskymarathon.com

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