Skyrunning-WM 2026 auf den Kanaren: La Gomera wird zur Bühne der Welt

Vom 18. bis 20. September 2026 verwandelt sich die kleine Kanareninsel La Gomera in das Zentrum der weltweiten Skyrunning-Szene. 270 Athletinnen und Athleten aus 38 Ländern kämpfen dort um insgesamt 27 Medaillen – organisiert von Gomera Paradise, sanktioniert von der spanischen Bergsportföderation FEDME, unter dem Dach der International Skyrunning Federation (ISF).

Text. Egon Theiner, ISF Media Office
Bilder: Gomera Paradise/Rhaul Santana, iancorless.com, Laura Ortiz

Drei Tage, drei Disziplinen, ein brutales Profil

Eröffnet wird die neunte Auflage der Weltmeisterschaften bereits am Donnerstag, 17. September, mit dem traditionellen Einmarsch der Nationalteams samt Flaggenparade. Der eigentliche Wettkampf beginnt am Freitag mit dem Vertical: 4,9 Kilometer, 950 Höhenmeter, Start auf 300 Metern über dem Meer, Ziel auf 1.279 Metern – es ist ein kompromissloser Auftakt. Am Samstag folgt mit dem SkyUltra die eigentliche Königsdisziplin: 63 Kilometer und 4.100 Höhenmeter, Start noch im Dunkeln kurz vor Sonnenaufgang in Vallehermoso, nach einer ersten Schleife führt die neu konzipierte Streckenführung schließlich ins Ziel nach San Sebastián de la Gomera. Unterwegs gibt es erfrischende, natürliche Verpflegungsstellen entlang der Strecke.

Den Abschluss bildet am Sonntag, 20. September, die Sky-Distanz: 29 Kilometer, 1.900 Höhenmeter, von Hermigua bis San Sebastián de la Gomera – dort, wo die einheimische Bevölkerung die Athletinnen und Athleten unter Applaus empfängt.

Zusätzlich zu den Einzel- und Teamtiteln wird eine Combined-Wertung ausgetragen, die sich aus den besten Ergebnissen von Vertical- und Sky-Rennen zusammensetzt.

Teilnehmer:innen aus 38 Nationen dabei

Mit 38 teilnehmenden Ländern bleibt die diesjährige Ausgabe knapp unter dem Rekord von 41 Nationen aus dem Jahr 2024. Nepal musste seine Teilnahme nach der jüngsten Naturkatastrophe im Land absagen. Am Start sind unter anderem Andorra, Argentinien, Australien, Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Neuseeland, die Schweiz, das Vereinigte Königreich und die USA.

Die DACH-Delegationen

Österreich stellt mit zehn gemeldeten Athletinnen und Athleten die größte deutschsprachige Delegation: Florian Ebner, Iris Hermann, Paul Krondorfer, Maximilian Meusburger, Sabrina Pabst und Claudia Zierlinger gehen sowohl im Vertical als auch im Sky an den Start, während sich Magdalena Bauer, Oldrich Janecek, Katharina Kau-Strebinger und Johannes Krondorfer der SkyUltra-Distanz stellen. Deutschland ist mit acht Startenden vertreten: Nana Buhl und Finn Hösch bestreiten Vertical und Sky, Niklas Holz kombiniert Vertical mit der SkyUltra-Langdistanz, Wendall Lorenzen tritt ausschließlich im Vertical an, Felix Bergmann, Jan Peterzelt und Marina Windisch ausschließlich im Sky, und Johannes Wingenfeld wagt sich an die SkyUltra. Die Schweiz schickt vier Athletinnen und Athleten ins Rennen: Fiorillo Camesi, Marco Delorenzi und Jonas Oliva starten in Vertical und Sky, Paola Stampanoni ausschließlich im Vertical – auffällig ist, dass in der SkyUltra-Meldeliste kein Schweizer Name zu finden ist.

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Die Titelverteidigerinnen und -verteidiger

Das Starterfeld liest sich wie ein Who-is-who der internationalen Skyrunning-Szene: Cristian Minoggio (im Bild oben/Italien), Weltmeister im SkyUltra 2022 und 2024, geht erneut als einer der Topfavoriten ins Rennen. Bei den Frauen zählt Naiara Irigoyen (im Bild unten/Spanien), amtierende Vertical-Weltmeisterin von 2024, zu den Anwärterinnen auf eine weitere Medaille. Weitere prominente Namen: Joseph Demoor (USA, Vertical-Weltmeister 2022), Luca del Pero (Italien, dreifacher SkySnow-Weltmeister 2022), Benedetta Broggi (Italien, Europameisterin Vertical und Combined 2025), Fran Muñoz (Peru, dreifacher Südamerikameister 2025), Lluis Puigvert (Spanien, zwölffacher Jugend-Weltmeister 2023–2026) sowie Pere Aurell (Spanien, Masters-Weltmeister SkyUltra 2023 und 2024).

Ein Inselparadies mit Geschichte

La Gomera, vulkanischen Ursprungs, misst gerade einmal 22 Kilometer im Durchmesser und liegt südwestlich von Teneriffa im Nordatlantik. Die Bergsilhouette der Insel erreicht bis zu 1.487 Meter, die höheren Regionen sind häufig in Nebel gehüllt, genährt von den dichten Lorbeerwäldern des Garajonay-Nationalparks – UNESCO-Weltnaturerbe. Ein historisches Detail am Rande: La Gomera war 1492 der letzte Hafen, den Christoph Kolumbus vor seiner Atlantiküberquerung anlief.

Renndirektor José Antonio Rodríguez Herrera von Gomera Paradise, das bereits auf 14 erfolgreiche Ausgaben des eigenen Sky Race zurückblickt, zeigt sich sichtlich stolz: „Für uns ist die Ausrichtung der Skyrunning-Weltmeisterschaften auf La Gomera ein wahr gewordener Traum und die Belohnung für Jahre der Arbeit, des Einsatzes und der Hingabe all jener, die sich mit Gomera Paradise persönlich verbunden fühlen. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass ein Event dieser Größenordnung auf La Gomera stattfindet – ein echter Wendepunkt für die Insel.“

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ISF-Präsident und Skyrunning-Begründer Marino Giacometti ergänzt: „Wir freuen uns, erneut nach Spanien zurückzukehren, einem Land mit einer der größten Anhängerschaften unseres Sports, das dank unseres Mitglieds FEDME viele der größten Champions hervorgebracht hat.“

Parallel zur Weltmeisterschaft findet am 17. September auch die Jahreshauptversammlung der ISF vor Ort statt. Anti-Doping-Kontrollen nach WADA-Protokoll sind, wie bei allen ISF-Meisterschaften, vorgesehen.

Unter dem Motto „Less cloud. More sky“ verspricht La Gomera damit drei Tage kompromissloses Höhenlaufen – und einen weiteren Meilenstein für einen Sport, der sich seine große Bühne zunehmend selbst erobert.

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