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    Die Zukunft von DYNAFIT liegt auf den Trails

    Eine Marke, die ihre Wurzeln im Skitouring hat, will eine neue Welt dominieren.

    Text: Egon Theiner

    Fred Claes sagt es beiläufig, fast nebenbei, so als wäre es keine große Sache. Aber es ist eine große Sache. „Trailrunning ist so viel breiter und hat so viele verschiedene Märkte – nicht nur die hohen Berge. Bis 2030 werden wir in diesem Bereich mehr Umsatz machen als im Skitouring.“ Claes ist Senior Product Manager Footwear bei DYNAFIT, er sitzt im Büro in Bozen, und er spricht über eine Marke, die jahrzehntelang vor allem eines war: die Referenz im Skitouring. Leichte Bindungen, präzise Schuhe, alpine Kompetenz – und nun das.

    Trailrunning als größtes Geschäft. Noch vor Ski.

    2012: Der Anfang

    Es begann 2012, als DYNAFIT seine erste Kollektion für das herausbrachte, was man damals firmenintern „Alpine Running“ nannte. Auch die ersten Trailschuhe entstanden in diesem Jahr, und wer diese frühen Modelle neben den heutigen legt, sieht eine Entwicklung, die kaum größer sein könnte. Hart, steif und minimalistisch – das war die Philosophie, die aus dem Skyrunning und dem Mountain Running geboren wurde, wo enge, präzise Schuhe auf technischem Gelände gefragt waren. Wenig zwischen Fuß und Fels, viel Kontrolle, wenig Komfort.

    Die Welt des Trailrunnings, das damals noch nicht flächendeckend so genannt wurde, war eine andere. Sie war überschaubar, alpin geprägt und europäisch.

    Den UTMB gab es bereits seit 2003, und das Rennen rund um den Mont Blanc war zuerst für ein paar hundert „Verrückte“ attraktiv. Doch es veränderte nicht nur die Teilnehmerzahlen, sondern das Denken einer ganzen Branche. Zu Skyrunning und Mountain Running gesellte sich ein weiterer Name: Trailrunning – ein Begriff, der eine neue Kategorie definierte, die breiter, zugänglicher und globaler war als alles davor. Nicht mehr nur die Alpinisten und die Bergsportler zählten dazu, sondern auch die Stadtläufer, die am Wochenende in die Natur wollen, und die Ultramarathonläufer aus Japan, aus den USA, aus Australien. Eine Gemeinschaft, die wächst und wächst.

    DYNAFIT hat diesen Shift gesehen und die Konsequenzen gezogen.

    Und was DYNAFIT heute konsequent tut: Athleten und Athletinnen werden in die Entwicklung eingebunden, nicht als Werbegesichter, sondern als Mitentwickler. Namberger kommt ins Office, er lernt, er bringt seine Sicht ein und er testet Prototypen unter Wettkampfbedingungen.

    „Die Unterstützung unserer Spitzenathleten hilft immer, Produkte weiterzuentwickeln“, sagt Claes. Namberger hat 2025 beim Western States Endurance Run nach mehr Raum im Schuh gefragt, und 2027 wird die neue DYNAFIT DNA-Linie genau das liefern. Vom Feedback eines Eliteathleten zur Produktlinie für alle – in zwei Jahren.

    Der Vergleich, der alles erklärt

    Ein Schuh für Namberger – was davon auf den öffentlichen Schuh übertragen wird – lässt sich mit einem Formel-1-Auto vergleichen, das nicht an die Masse verkauft wird, dessen Technologien und Details aber in anderen Autos landen. „Wir von DYNAFIT sind jene, die Verstappen zuhören, wenn er über Updates an seinem Formel-1-Boliden spricht, und wir sind jene, die dem Klienten, der den Golf kauft, genauso zuhören“, sagt Claes. „Wir müssen abwägen, ob es ein Namberger-Problem ist oder ein Wunsch der Allgemeinheit.“

    Das ist keine Marketingphrase. Das nennt sich Entwicklungsphilosophie.

    „Wir machen Schuhe für alle – alle Preise, alle Levels“, sagt Claes. „Es ist eine Pyramide.“ An der Spitze stehen die Eliteschuhe, die mit und für Athleten wie Namberger entwickelt werden. In der Mitte die Performance-Modelle. An der Basis die Schuhe für die breite Masse, zugänglich im Preis, kompromisslos in der Qualität. „Die Kosten für Rennschuhe werden höher. Jene für alle werden mehr oder weniger dieselben bleiben.“

    DYNAFIT denkt in Zyklen. Der Ultra DNA kommt 2027. Die nächste Generation des Ultra 100 im Winter 2028. Und bis 2030, so Fred Claes, wird Trailrunning mehr Umsatz bringen als Skitouring.

    Für eine Marke mit Wurzeln, die bis 1950 zurückreichen und deren DNA im Hochgebirge liegt, ist das eine bemerkenswerte Aussage – und gleichzeitig eine logische. Denn die Berge waren immer da. Nur die Menschen, die sie benutzen und genießen, werden immer mehr und unterschiedlicher.

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