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    Lauf für dein Land – Trail-EM und -WM gewinnen an Bedeutung

    Was wir aus der EM im slowenischen Kamnik bei Laibach gelernt haben und was es braucht, um die Popularität von kontinentalen bzw. globalen Meisterschaften weiter zu steigern.

    Text: Klaus Molidor
    Bilder: Sportida Photo Agency

    Historisch. So hat Dobromir Karamarinov, der Präsident des europäischen Leichtathletikverbands die dritte Auflage der European Athletics Off-Road Running Championships in Kamnik bei Laibach Anfang Juni bezeichnet. So viele Athletinnen und Athleten wie nie aus so vielen Nationen wie nie sind an den Startlinien gestanden. Waren es bei der ersten Auflage im spanischen El Paso 2022 noch 283 Starter aus 24 Ländern, so sind es heuer in Slowenien 593 Starter aus 33 Nationen gewesen. „Mountain und Trail Running ist eine der wichtigsten Non-Stadia-Disziplinen“, sagt Karamarinov. 

    Historisch war die dritte Auflage aber auch, weil sie die letzte unter dem Label „Off-Road Running“ war. „Die vierte Auflage in Villars in der Schweiz wird in zwei Jahren als Trail Running Championship stattfinden.“ Damit wechselt man auf den Namen jenes Sports, der in Mitteleuropa weiter stark wächst und schafft vielleicht endlich ein einziges Markendach unter dem die verschiedenen Rennen dann stattfinden.

    Frédéric TRANCHAND (FRA) auf dem Weg zum Sieg im Trail Race bei den European Athletics Off-Road Running Championships in Ljubljana/Kamnik. Photo by Nikola Mitic / Sportida

    Bislang waren die Begriffe in unterschiedlichen Regionen unterschiedlich konnotiert. „Hier in Mitteleuropa verbindet man mit Trail Running Ultradistanzen, die über Berge und technisches Terrain führen“, sagt Sarah Rowell, ehemalige Weltklassebläuferin auf der Straße und bei Bergläufen. „In Großbritannien bedeutet Trail eine eher flache Strecke entlang eines Kanals.“ Rowell bevorzugt persönlich einen Überbegriff für den Sport, also „Trail Running“ und darunter dann Bezeichnungen für die jeweiligen Disziplinen wie Uphill, Up and Down etc. Das würde die Außendarstellung verbessern und dem Sport auf diesem Wege größere Aufmerksamkeit bringen. 

    Berglauf klingt immer noch ein wenig angestaubt – zumindest im Deutschen – und wird auch als reiner Elitesport wahrgenommen. Trail Running hingegen ist für Hobbyläufer zugänglicher, verströmt auch ein wenig den Spirit von Surfern und Snowboardern. So zieht man nicht nur mehr Sportler, sondern auch mehr Zuschauer an und Leute, die sich dafür interessieren.

    Teambewerb stärkt Gemeinschaftsgefühl

    Das Learning aus Kamnik war aber sicher, dass die Bedeutung von Europa- und Weltmeisterschaften im Laufen abseits der Straße zunehmend steigt. „Es hat schon bei der WM in Canfranc 2025 begonnen, dass viele Topstars des Sports dabei waren und das hat sich in Kamnik noch weiter fortgesetzt“, sagt Rowell. „Wenn jemand wie Stian Angermund postet, dass es so besonders war, Norwegen zu vertreten, dann zeigt das, dass es für die Sportler einen Unterschied macht, ob man für sich selbst, oder für sein Land läuft.“ Verstärkt wird dieses Gefühl dann auch noch durch den Teambewerb, in dem Einzelsportler die Chance haben, gemeinsam etwas zu erreichen. „Ich habe in Kamnik Leute gesehen, die als Zehnte ins Ziel gekommen sind und trotzdem eine Medaille gewonnen haben“, sagt Sarah Rowell. 

    Auch bei den Schuh- und Ausrüsterfirmen haben die Titelkämpfe mittlerweile an Bedeutung gewonnen. So stellen es einige Marken ihren Athleten frei, ob sie beim UTMB oder EM bzw. WM an den Start gehen. „Damit können die Athleten wählen.“ 

    In einer optimalen Welt würden sich freilich beide Events ausgehen. Was bislang aufgrund der zeitlichen Nähe schwer möglich ist. „Wir sehen, dass auf dem Trail Short das Starterfeld sehr stark besetzt ist, weil sich das mit den Weltmeisterschaften vereinbaren lässt. Auf der langen Distanz ist das kaum möglich.“ Die UTMB-Rennen in Chamonix steigen Ende August, die letzte WM in Canfranc 2025 fand einen Monat danach statt. Zu wenig Zeit um sich von einem 170 Kilometer Rennen so zu erholen, dass man auf 80 Kilometern um den Titel mitlaufen kann.  „Wir schauen bei der WM-Vergabe aber auch darauf, welches Zeitfenster möglich ist“, sagt Rowell. Zu früh soll es nicht sein und auch nicht in der heißesten Zeit. Die vierte Auflage der WMTRC 2027 in Kapstadt geht von 6. bis 10. Oktober über die Bühne.  

    Dann werden die Starterfelder wohl erneut noch besser besetzt sein, als bei der vorangegangenen Auflage. „Im Short Trail sind schon sehr viele Topstars dabei“, sagt Rowell, „wir sehen aber auch, dass sich im Long Trail der ITRA-Score unter den Top 10 immer weiter gesteigert hat.“

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