886 Finisher, fünf Wertungen, 21 Nationen – und ein Tal das nur über Deutschland zu erreichen ist: Die Walser Trail Challenge feiert ihr Jubiläum in einer der faszinierendsten geografischen Kuriositäten der Alpen.
Text: Egon Theiner
Bilder: Dominik Berchtold / Walser Trail Challenge
Wer ins Kleinwalsertal will, muss durch Deutschland. Kein Umweg, keine Alternative – die einzige Straße führt von Oberstdorf in Bayern über die B19 ins Tal. Mit dem übrigen Österreich ist das Kleinwalsertal nur über Fußwege verbunden. Seit 1891 österreichisches Zollausschlussgebiet, wirtschaftlich mit Deutschland verbunden, bis zur Einführung des Euro sogar mit der D-Mark als gesetzlichem Zahlungsmittel. Die Einheimischen nennen ihr Tal die „schönste Sackgasse der Welt“ – und wer einmal dort war, versteht warum.
Und einmal im Jahr gehört diese Sackgasse den Trailrunnern.
Die 10. Walser Trail Challenge, unterstützt von Adidas Terrex, hat am vergangenen Wochenende bewiesen, dass zehn Jahre kein bisschen müde machen. Knapp 1.000 Starterinnen und Starter aus 21 Nationen, 886 Finisher, zwei Tage, fünf Wertungen – vom Widderstein Trail über 15 Kilometer bis zum Walser Ultra über 63 Kilometer und 3.900 Höhenmeter durch eine Hochgebirgslandschaft die man sich erlaufen muss. 36 Gipfel, Trails zwischen 1.000 und 2.300 Metern Seehöhe, felsige Passagen und Ausblicke, die kein Foto wirklich einfängt. Der Samstag gehörte der Sonne, der Sonntag dem Regen. Beide Tage gehörten dem Tal.

Denn das ist das Kleinwalsertal: ein Ort der nicht einfach ein Rennen organisiert, sondern es lebt. 120 ehrenamtliche Helfer, Bergrettung, Feuerwehren, Hüttenwirte – und überall Menschen die anfeuern, klatschen, rufen. Vom ersten Trommelwirbel nach dem Start bis zum letzten Finisher im Ziel.
„An diesem Wochenende gehört das Tal den Trailrunnerinnen und Trailrunnern. Überall begegnet man Menschen mit einem Lächeln im Gesicht, voller Energie und Begeisterung für die Berge. Dieses junge, sportliche Publikum bringt eine besondere Dynamik ins Kleinwalsertal – diese Atmosphäre macht die Walser Trail Challenge für uns so wertvoll“, sagt Justina Rokita, Vorständin von Kleinwalsertal Tourismus. Und ergänzt: „Mein allergrößter Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, den Grundeigentümern, unseren Partnern und allen, die diese Veranstaltung seit zehn Jahren mittragen. Eine Trail-Veranstaltung dieser Größenordnung wäre ohne dieses Miteinander nicht denkbar.“
2027 ist die elfte Ausgabe. Anreise über Oberstdorf. Lohnt sich.

v.l.n.r._Tourismus-Vorständin Justina Rokita neben dem Obmann des Tri-Teams Kleinwalsertal Erich Pühringer und Sejad Buhl, stv. Obmann des Tri Team Kleinwalsertal.

